Kleinkredite für Kammerberufler als neue defensive Anlageklasse

Frankfurt, den 19. November 2020 / Veröffentlicht auf HEDGEWORK


 

FRANKFURT – Eine Asset-Klasse mit einem hochattraktiven Risikoprofil, die eine sehr geringe Ausfallquote und gleichzeitig eine attraktive Rendite aufweist – das hat laut den Firmengründern Soraya Braun (l.) und Lorenz Beimler das Frankfurter Fintech CAPTIQ im Angebot: via verbriefter ABS-Struktur mit Investment-Grade-Rating.Ab hier folgt die unredigierte Mitteilung der Gesellschaft:

Ärzte, Ingenieure, Steuerberater oder Rechtsanwälte, also Berufe, deren Ausübung eine Kammerzugehörigkeit erfordern, das sind bei Banken und Vermögensberatern begehrte Kundengruppen. Vor allem dann, wenn es um den Verkauf von Anlage- und Vorsorgeprodukten geht. Auch in Sachen Finanzierung genießen die „Kammerberufler“ den Nimbus der „sicheren Bank“. Das wird bestätigt durch die Bonität – die Ausfallraten dieser Berufsgruppen liegen historisch mit durchschnittlich 0,29 % p.a. auf rekordverdächtig niedrigem Niveau. Und dennoch: Anträge auf kleine Kredite unter 250.000 Euro werden von klassischen Banken häufig abgelehnt, da der Prüfungsaufwand für ein Darlehen in keinem Verhältnis zum Ertrag steht – was auch daran liegt, dass der Kreditvergabeprozess im Geschäftskundenbereich vieler Banken bislang kaum digitalisiert ist.

Kreditunterversorgung von Kammerberuflern

Auch alternative Online-Finanzierungen sind für diese Berufsgruppen weitestgehend nicht zugänglich, da die überwiegende Mehrheit dieser Kammerberufe nicht als Kapitalgesellschaften formiert sind, somit nicht bilanzieren. Ohne Bilanz gibt es dort jedoch keinen Kredit. P2P-Finanzierungsplattformen sind wiederum nicht auf die Anforderungen an Darlehenshöhe und die langen Laufzeiten ausgerichtet. Auch durch Förderbanken werden diese Kreditnehmer, die kleine Kredite benötigen, kaum erreicht und damit bleibt das attraktive Segment unterversorgt.

Attraktive und solvente Kundengruppe bietet Chancen für Finanzierer und Investoren

So ist eine hoch-attraktive Marktnische entstanden, die immer weiter wächst und trotzdem stiefmütterlich behandelt wird. Der jährliche Finanzierungsbedarf der Kammerberufler mit Volumina unter 250.000 Euro liegt derzeit in Deutschland bei rd. 8 Mrd. Euro im Jahr.

CAPTIQ hat sich dieser Nische angenommen und ein Geschäftsmodell entwickelt, dass nicht nur den ungedeckten Bedarf adressiert, sondern auch die Player einbindet, welche ein Interesse an der langfristigen Beziehung zu dieser Kundengruppe hat: Banken und Berater.

Das automatisierte Geschäftsmodell von CAPTIQ
Schlüssel zum Geschäftsmodell sind ein automatisiertes Kredit-Rating-Modell und eine B2B-Plattform, welche die Vergabe von Darlehen vereinfacht, bspw. für die Einrichtung einer Arztpraxis, eines Ingenieurbüros oder einer Rechtsanwaltskanzlei. CAPTIQ bietet ratingabhängige Finanzierungen zu marktgängigen Konditionen in der Bandbreite von 10.000 bis 250.000 Euro. Die angebotenen Zinssätze sind mit Blick auf die Gesamtbedingungen selbst gegenüber Förderbanken-Konditionen auf Wettbewerbsniveau und mit einer vollständig digitalisierten Kreditentscheidung innerhalb von ein bis zwei Werktagen deutlich schneller verfügbar.

In den Vertrieb werden etablierte Finanzdienstleister eingebunden. Der Vorteil für Banken: 1. Geringe Strukturkosten durch den komplett ausgelagerten Kreditvergabeprozess, 2. der Kredit geht nicht auf die Bilanz, 3. der Kunde bleibt erhalten. Unabhängige Finanzberater können mit dem Finanzierungs-Tool, wie sie es auch aus Bereichen wie Immobilienfinanzierung kennen ihren Kunden eine eigene Lösung anbieten, ohne den Kunden an die finanzierende Bank zu verlieren.

Refinanzierung durch Anleihe mit Investment-Grade-Rating
Kreditausgebend ist eine sogenannte deutsche Fronting Bank. Die ausbezahlten Darlehen werden wiederum in verbriefter Form über institutionelle Anleger wie Versorgungswerke, Pensionskassen oder Depot-A-Manager refinanziert. Emittiert wird derzeit eine Inhaberschuldverschreibung mit zehnjähriger Laufzeit, die einen Nettokupon in Höhe von 2,60% p.a. ausweist.

Die Inhaberschuldverschreibung erhielt von Creditreform ein Investment-Grade-Rating (BBB- eingeschränkt). Ferner weist die IHS eine 10%ige Ausfallgarantie auf, wovon ein Teil durch CAPTIQ selbst eingebracht wird („Skin in the Game“). Die Anleihe ist damit die erste einer deutschen alternativen Finanzierungsplattform, die ein Investment-Grade-Rating vorweisen kann. Im Mai dieses Jahres hatte die Lending-Plattform Creditshelf eine erste Tranche ihrer nicht-gerateten Loan-Fund-Anleihe platziert. Für das Kreditportfolio mit deutschen mittelständischen Unternehmen strebt Creditshelf nach eigenen Angaben eine durchschnittliche Ausfallrate von 3,00% an. Für die Anleihe wird eine jährliche Rendite von 5,00% in Aussicht gestellt, was das erhöhte Ausfallrisiko widerspiegelt. Die Umlaufrendite inländischer Investment-Grade-Anleihen mit einer Restlaufzeit von mehr als vier Jahren bewegte sich in den letzten sechs Monaten zwischen – 0,30% und – 0,65%.

Für sicherheitsorientierte, Langfristinvestoren stellt die CAPTIQ-IHS im aktuellen Niedrigzinsumfeld daher eine besonders attraktive Anlageklasse dar.

Soraya Braun und Lorenz Beimler haben CAPTIQ im Jahr 2017 gegründet. Aus einer Projektarbeit am Finanzlehrstuhl der Frankfurt University haben die beiden jungen Unternehmer ein Geschäftsmodell entwickelt, für dessen Umsetzung sie namhafte Profis aus dem internationalen Finanzsektor überzeugt und als Investoren und Beiräte gewonnen haben.

 

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Hessen Kapital beteiligt sich an CAPTIQ

Frankfurt, den 05. Oktober 2020 / Veröffentlicht auf  Wallstreet


 

Frankfurt, den 05. Oktober 2020 Das Frankfurter FinTech CAPTIQ hat erfolgreich die dritte Finanzierungsrunde abgeschlossen und dabei einen siebenstelligen Eurobetrag aufgenommen. Die digitale Finanzierungsplattform für Kammerberufler ist somit gut gerüstet für den Marktstart. Parallel dazu hat CAPTIQ die Platzierung der ersten Anleihe für die Refinanzierung von gering-volumigen Krediten begonnen.

Durch die aktuelle Finanzierungrunde wurde der Investorenkreis erneut durch namhafte Business Angels vor allem aus der deutschen und internationalen Finanzszene erweitert. Ebenso nahmen ca. 80 Prozent der bestehenden Investoren an der Kapitalrunde teil, deren Volumen durch die offene Beteiligung der Hessen Kapital III (EFRE) GmbH verdoppelt wurde. “Wir freuen uns sehr, dass die Innovativität unseres Ansatzes und die Marktperspektive unseres Plattformangebots durch den Einstieg der Beteiligungsgesellschaft des Landes Hessen gewürdigt wird”, so Geschäftsführerin und Gründerin Soraya Braun. Die Mittel des Fonds, die jeweils zu 50 Prozent aus dem Haushalt des Landes Hessen und aus dem Europäischen Fonds für die regionale Entwicklung (EFRE) kommen, werden an kleine und mittlere Unternehmen einschließlich technologieorientierter Start-ups vergeben. Mit dem Abschluss der dritten Finanzierungsrunde erhöht sich das von CAPTIQ insgesamt aufgenommene Kapital auf über 2 Mio. Euro. Die frischen Mittel sollen vorrangig für die Produktweiterentwicklung und für die Teamerweiterung verwendet werden.

Erhöhter Bedarf für gering-volumige Kredite bis 250.000 Euro “Wir sehen, ausgelöst durch die Corona-Krise einen gestiegenen Bedarf an kleinen Geschäftskrediten und werden unser Angebot möglichst bald an den Markt bringen, um Kammerberuflern akut Abhilfe schaffen zu können”, so Mit-Gründer und -Geschäftsführer Lorenz Beimler. CAPTIQ hat die erste alternative Online-Finanzierungslösung entwickelt, die auf die Bedürfnisse von Kammerberufen zugeschnitten ist, die mehrheitlich Freiberufler sind. Die Darlehen, die über die CAPTIQ-Plattform vermittelt werden, sprechen insbesondere Finanzierungsanfragen unter 250.000 Euro an, die bei den aktuellen Marktkonditionen für Geschäftsbanken kaum wirtschaftlich zu bedienen sind, durch Förderbanken kaum erreicht werden und damit unterversorgt bleiben. Das jährlich nachgefragte Finanzierungsvolumen in diesem Segment beläuft sich auf rd. 8 Milliarden Euro, wobei die Ausfallraten dieser Berufsgruppen mit durchschnittlich 0,29 Prozent p.a. auf rekordverdächtig niedrigem Niveau liegen.

Das Geschäftsmodell basiert auf einem B2B-Ansatz, der Finanzberater und Banken in das Vertriebsmodell einbindet. “Die angebotenen Zinssätze sind mit Blick auf die Gesamtbedingungen selbst gegenüber Förderbanken auf Wettbewerbsniveau und mit einer Kreditentscheidung innerhalb von ein bis zwei Werktagen deutlich schneller verfügbar.”, so Soraya Braun.

Attraktives Risiko-Rendite-Profil für konservative Langfristinvestoren Die Refinanzierung der Kredite erfolgt über eine Anleihe, die derzeit platziert wird. Mit der Inhaberschuldverschreibung verschafft CAPTIQ dabei erstmals institutionellen Anlegern Zugang zu einer Anlageklasse, die durch hohe Sicherheit gekennzeichnet ist, aber bisher für diese nicht investierbar war. Mit der Investment-Grade-Risikoeinstufung von BBB- (Eingeschränkt) durch die ESMA-akkreditierte Ratingagentur Creditreform und einer angestrebten Rendite von ca. 2,60 Prozent p.a. erfüllt die CAPTIQ-Anleihe die Anforderungen risikoaverser und langfristig orientierter Anleger wie Depot-A-Manager, Pensions- und Versorgungskassen oder Versicherer. “Unsere Anleihe adressiert eine Zielgruppe, die beim aktuellen Zinsumfeld unterversorgt ist und händeringend nach defensiven Anlagemöglichkeiten mit positiver Verzinsung sucht”, so Lorenz Beimler. Dabei wird das Risikoprofil der Inhaberschuldverschreibung durch eine zehnprozentige Ausfallgarantie verbessert, wovon ein Teil dieser Subordination von CAPTIQ selbst eingebracht wird.

Über CAPTIQ
CAPTIQ betreibt eine Plattform, welche die Vergabe von Darlehen an Kammerberufler vereinfacht, bspw. für die Einrichtung einer Arztpraxis, eines Ingenieurbüros oder einer Rechtsanwaltskanzlei. Das Unternehmen bietet Finanzierungen zu marktgängigen Konditionen in der Bandbreite von 10.000 bis 250.000 Euro. Neben bilanzierenden Rechtsformen (z. B. GmbHs) werden auch die für Kammerberufe typischen nicht-bilanzierenden Rechtsformen (z. B. Freiberufler) bedarfsgerecht bedient. Die Kredite werden in verbriefter Form über institutionelle Anleger wie Versorgungswerke, Pensionskassen oder Depot A-Manager refinanziert. Das CAPTIQ-Geschäftsmodell basiert auf einem B2B-Ansatz, der Finanzberater und Banken in den Vertrieb einbindet. CAPTIQ als Kofferwort steht für die Verbindung von Capital und IQ – somit für eine neue, intelligente Form der Finanzierung.

 

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